(E-)Rollstuhl kaufen: Was muss ich bedenken?
Suchen Sie einen Multifunktionsrollstuhl, einen Leichtgewichtrollstuhl oder einen E-Rollstuhl ? Es gibt viele verschiedene Rollstühle als Hilfsmittel zur Fortbewegung. Welche Rollstuhl  für wen in Frage kommt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, die vor dem Kauf gut durchdacht werden sollten: 

  • Kann der Rollstuhl vom Betroffenen selbst bewegt werden?
  • Reicht die Kraft seiner Arme und Hände für den Antrieb eines Standardrollstuhls aus?
  • Soll der Rollstuhl der Pflege und Lagerung Schwerstmehrfachbehinderter dienen?
  • Wird der Rollstuhl häufig im Auto transportiert?
  • Soll der Rollstuhl besonders schmal, faltbar oder ein Leichtgewichtsrollstuhl sein?
  • Welche Sitzhöhe, Sitztiefe und Sitzbreite wird gewünscht?

Wie ist ein Rollstuhl aufgebaut?

Es gibt inzwischen im Sanitätsfachhandel etwa vierhundert verschiedene Einzelmodelle. Das grundlegende Bauprinzip der Rollstühle besteht dabei nach wie vor aus einem Sitzgestell mit vier Rädern. Hinten befinden sich die größeren Antriebsräder und vorn die kleineren Vorderräder. Die Räder lassen sich steuern und abbremsen.
Es gibt dazu vielfältiges Zubehör etwa in Form von Seitenteilen, Armlehnen, Schiebegriffen, Fußbrettern, Speichenschutz und Kopfstützen. 
Die „Machart“ des Rollstuhls kann und sollte genau auf die Bedürfnisse des Rollstuhlfahrers zugeschnitten werden. 

Was ist das Besondere an einem elektrischen Rollstuhl?

Reicht die Armkraft oder die Beweglichkeit von Armen und Händen nicht aus, wird die Wahl auf ein Elektrorollstuhl-Modell fallen. Die Steuerung dieses Elektromobils erfolgt meist über einen kleinen Hebel, den Joystick. Es gibt aber auch Modelle, bei denen – ähnlich wie bei Elektrofahrädern – der elektronische Antrieb nur bei Bedarf hinzugeschaltet wird.
Beim Rollstuhlkauf auf eine angenehme Sitzposition achten


Das A und O bei der Wahl eines Rollstuhls ist eine gemütliche Sitzposition. Nutzer sollten beim Kauf darauf achten, dass sie einen guten Halt haben sowie ausreichend Arm- und Schulterfreiheit. Die Rückenlehne sollte höchstens bis zur Unterkante des Schulterblatts reichen. 
Die Sitzfläche eines guten Rollstuhls ermöglicht zudem eine angenehme Druckverteilung, damit Haltungsschäden und Druckgeschwüren vorgebeugt werden kann. 

Welche besonderen Funktionen bietet ein (Pflege-) Rollstuhl?

Für stark pflegebedürftige Menschen sind Rollstühle mit verstellbarer Sitzhöhe eine gute Wahl, denn sie erleichtern nicht nur die Pflege, sondern eröffnen den Betroffenen selbst einen größerer Bewegungsspielraum. 
Sehr beliebt sind Rollstühle, deren Rahmen faltbar ist. Die Faltrollstühle lassen sich so gut transportieren, sind andererseits jedoch schwerer und nicht so leichtgängig wie Rollstühle mit starrem Rahmen, denn diese haben in der Regel eine bessere Kraftübertragung und damit bessere Fahreigenschaften.
Es braucht Zeit, um sich an das sichere Fahren mit einem Rollstuhl zu gewöhnen. Daher gibt es z.B. für noch ungeübte Fahrer Stützräder, die in der Eingewöhnungszeit für die notwendige Stabilität sorgen können.
Tipp: klappbare Rollstühle bringen mehr Komfort
Optimal eingestellt sind Rollstühle, die leicht ankippbar sind, um Schwellen überwinden zu können, und die andererseits stabil genug sind, um beim Anfahren nicht zu kippeln oder nach hinten wegzukippen.
(Elektro-) Rollstuhl kaufen – Worauf muss ich achten?
Wenn Sie einen Standardrollstuhl oder einen elektrischen Rollstuhl kaufen oder mieten möchten, lassen Sie sich dazu beraten. Eine Beratung erhalten Sie:

  • von Ihrem behandelnden Arzt
  • von Ihrem Krankengymnasten 
  • von den geschulten Kräften im Sanitätshaus Künzelt

Ein Rollstuhl sollte vor dem Kauf zudem immer ausprobiert werden, um seine Alltagstauglichkeit und Mobilität zu überprüfen. So gehen Sie sicher, dass der Rollstuhl Ihren Bedürfnissen voll und ganz entspricht.

Übernimmt die Kosten eines (elektrischen) Rollstuhls die Krankenkasse?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Bedarf die Rollstuhl-Kosten.  Bei einer über die Standardrollstühle hinausgehenden Ausführung genehmigen sie diese allerdings nur dann, wenn sie medizinisch klar begründet und ärztlich verordnet ist. Zur endgültigen Bewilligung ist oft eine Einzelfallprüfung des jeweils zuständigen Sachbearbeiters notwendig.

Viele Krankenkassen arbeiten jedoch mit bestimmten Sanitätshäusern oder Herstellern zusammen, sodass die Kostenübernahme reibungslos über einen sogenannten Fallpauschalvertrag geregelt werden kann. Dabei erfolgt die Wahl des Rollstuhls aus einem vorgegebenen „Pool“. 

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